Instagram Werbung Richtlinien

Sorgenfrei bloggen und Mahnfrei posten

Haftungsausschluss: es handelt sich hierbei um keine Rechtsberatung, sondern lediglich um eine Aufbereitung der Informationen, welche wir finden konnten. Herausgeber dieses Artikels übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit. Der Autor dieses Artikels ist kein Anwalt. Wer absolute Sicherheit zur Rechtslage wünscht, sollte einen Anwalt konsultieren.

Es brach eine leichte Panikwelle aus, einhergehend mit Unverständnis, als nach und nach der ein oder andere Influencer abgemahnt wurde, da er sein Outfit im neusten Beitrag gezeigt, markiert und verlinkt hat, jedoch ohne dies nach Vorschrift entsprechend zu kennzeichnen.

„Die Kleidung war aber selbst gekauft und hierbei geht es nicht um eine Zusammenarbeit mit einem Modelabel.”

Es spielt keine Rolle…

“ob bezahlte oder unbezahlte Werbung, werden Markenprodukte genannt, muss es als Werbung gekennzeichnet sein.“

So ist der aktuelle Wortlaut, der überall verbreitet ist und alle halten sich auch lieber daran, was dazu führt, dass nahezu alle Beiträge pauschal mit dem Zusatz #Anzeige oder #Werbung veröffentlicht werden.

Warum muss der Beitrag gekennzeichnet sein?

Der VSW (Verband sozialer Wettbewerb) widmet sich der Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs und derzeit laufen bereits einige Verfahren mit hohen Abmahnsummen und Rechtskosten gegen Influencer, aber auch Unternehmen.

Hier wird seitens der Blogger ein klares Trennungsprinzip gefordert, denn aktuell ist nicht eindeutig klar, warum etwas gekennzeichnet werden soll, wenn dies nicht einer Kooperation entspringt. An der Stelle kommt aber dann auch das Thema Schleichwerbung hinzu und so dauert es wohl noch eine Weile bis gewisse Prozesse eine Einigung finden.

Abmahnfrei posten?

Die Landesmedienanstalten haben einen Leitfaden veröffentlicht, indem erläutert wird, was man in welcher Situation wie kennzeichnen muss, wenn man auf Instagram, Facebook, Youtube & Co. abmahn- und sorgenfrei posten möchte.

Wir haben Euch folgend die wichtigsten Punkte zusammengestellt.

Was muss ich kennzeichnen?

  • Alle Beiträge (Fotos, Videos, Texte), die für eine Gegenleistung veröffentlicht werden. (Zu Gegenleistungen werden neben Geld auch gratis Produkte, Einladungen zu Events oder auch z.B. gesponserte Reisen gezählt.)
  • Die Beiträge, in denen die eigenen Produkte bzw. die eigene Marke zu sehen sind und/oder diese genannt werden.
  • Wenn ein Link in den Beiträgen eingebaut ist und du für diese Einbindung Geld bekommst.
  • Bei der Herausgabe und Veröffentlichung von jeglichen Rabattcodes.

Was muss ich nicht kennzeichnen?

  • Verlinkungen auf Freunde
  • Verlinkungen auf die eigenen Produkte/Dienstleistungen oder das eigene Unternehmen (Wichtig zu beachten: Beiträge zu eigenen Produkten etc. müssen gekennzeichnet sein s.o., Verlinkungen hingegen nicht.)
  • Hashtags, in denen Freunde, eigene Produkte/Dienstleistungen oder Unternehmen genannt werden.
  • Beiträge ohne „kommerziellen Anreiz Dritter“, in denen Produkte/Marken/Dienstleistungen o.ä. gezeigt, genannt oder verlinkt werden. (Beispiel: Im selbst bezahlten Urlaub darf das Hotel genannt werden und ist auf dem Foto beim Frühstück zufällig zu erkennen, dass hier womöglich ein bekannter Nuss-Nougat-Aufstrich gegessen wird, muss keine Werbekennzeichnung gesetzt werden.)

Wie muss ich kennzeichnen?

  • Die Kennzeichnung muss schnell und deutlich erkennbar sein, das heißt direkt zu Beginn, bevor Text, Hashtags oder Emojis folgen.
  • Bei Videos genügt eine Kennzeichnung zu Beginn, wenn das beworbene Produkt/Dienstleistung o.ä. nur kurz im Video auftauchten wird. (Wichtig zu beachten: Dreht sich das Video hauptsächlich um das Bewerben eines Produktes o.ä., muss die Kennzeichnung das gesamte Video gut sichtbar eingeblendet sein.)
  • Als Kennzeichnung sind die Wörter „Werbung“ und „Anzeige“ genehmigt, für YouTube auch „Werbevideo“ oder „Unterstützt durch Produktplatzierungen“. Für deutsche Accounts reichen „ad“ und „sponsored“, sowie weitere englische Begriffe nicht aus. Sogar die Werbefunktion auf Instagram, mit der du deinen Beitrag ergänzen kannst durch „Enthält bezahlte Promotion“ oder „Bezahlte Partnerschaft mit…“ ist unzureichend.

Bin ich jetzt rechtlich abgesichert?

Trotz des Leitfadens gibt es immer noch Grauzonen und nicht klar definierte Fälle. Auch wenn der Leitfaden schon etwas mehr Klarheit geschaffen hat, werden hingegen dieser „Regeln“ trotzdem immer noch Influencer z.B. aufgrund von fehlenden Kennzeichnungen der Ehepartner abgemahnt.

Laut des Leitfadens darfst du also ein selbstbezahltes Produkt zeigen und verlinken, ohne dies als Werbung zu kennzeichnen. Es wird aber dennoch gewarnt, dass trotzdem werbliche Absicht unterstellt werden kann, wenn du „zu positiv“ über das Produkt sprichst.

Ihr merkt selbst, so sicher fühlt man sich dabei immer noch nicht.

Da trotz der offiziellen Hilfestellung der Landesmedienanstalten mittels Leitfaden immer noch keine Transparenz herrscht, wird nach wie vor geraten, schlichtweg alles zu kennzeichnen, um bloß keine Abmahnung zu riskieren.

Besserung ist aber in Sicht.

Seitens der Bundesregierung wurde Ende 2018 angekündigt, dass der VSW geprüft wird. Außerdem sollen Richter hinsichtlich ihrer Social-Media-Kompetenz geschult werden und sich zwecks gültiger Formulierungen für Werbekennzeichnungen äußern, sodass endlich eine Einigung gefunden werden kann.

Das Thema zeigt immer mehr Präsenz, denn Influencer und Blogger dürfen nicht anders als Journalismus behandelt werden. Es handelt sich in beiden Fällen um Kanäle für Werbung und der Social-Media-Bereich muss klar aufgestellt und definiert sein, damit mögliche Klagen und Rechtsstreite verhindert werden können.

Hier gelangt ihr zu dem vollständigen Leitfaden der Medienanstalten:

Leitfaden Medienanstalten

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